Bojana, Grenze und der nächste Kite-Kampf
Velika Plaža · Bojana-Fluss · wach, sandpoliert, mit zwei Blasen in der Opposition · Wind: Nachmittagswind · nächster Kite-Kampf · Erholungsverhandlungen eröffnet





Eine Woche ist vorbei. Gefühlt war es ein Monat, was entweder für eine reiche Reise spricht oder dafür, dass meine Beine inzwischen einen eigenen Kalender benutzen.
Der Morgen begann mit einem ungefähr fünf Kilometer langen Spaziergang zum Bojana-Fluss, dort, wo der Fluss ins Meer geht und ganz ruhig zur natürlichen Grenze zwischen Montenegro und Albanien wird. Von dort öffnet sich die ganze lange Linie der Velika Plaža: Strand, Wasser, ferne Hügel und genug Horizont, um jeden Schrittzähler ehrgeizig werden zu lassen.
Die Bojana hat eine langsamere Stimmung als der Strand. Häuser und Lokale stehen direkt am Wasser, kleine Boote warten im grünblauen Kanal, und alles wirkt, als hätte es vertraglich zugesichert, heute nichts zu überstürzen. Zurück ging ich langsam — teils, weil es schön war, teils, weil meine Füße schon die Klageschrift vorbereiteten.
Richtung Kiteriders-Spot wurde der Rückweg zu einem Küsten-und-Wasser-Gang durch Sand. Von außen sieht das meditativ aus; innen ist es ein Fortgeschrittenenkurs für Sprunggelenke. Gegen ein Uhr meldete sich der Wind zum Dienst. Also konnte der nächste Kite-Kampf beginnen.
Adrenalin erledigte seinen Job. Zwei Blasen an den Füßen wurden vorübergehend von „Problem“ zu „Begleitdokumentation“ herabgestuft. Kite, Brett und ich verhandelten weiter. Manche Momente wirkten fast koordiniert. Andere waren ein kurzer öffentlicher Workshop über Demut, mit praktischen Demonstrationen der Adria.
Am Abend tagte der Krisenstab und beschloss, dass meine übliche Politik von zwanzigtausend Schritten pro Tag reguliert werden muss. Mein Gastgeber bot mir freundlicherweise sein Fahrrad an. Das ist großzügig und möglicherweise auch eine Intervention.
Die Tage hier fließen langsam in ihren eigenen Rhythmus: lange Morgen, plötzlich Wind, Sand überall, Fremde, die zu Gesprächen werden, und kleine positive Überraschungen ohne Terminbuchung. Montenegro fügt weiter Kapitel hinzu. Meine Füße haben eine Minderheitsmeinung eingereicht, aber die redaktionelle Kontrolle bekommen sie noch nicht.